Was du in der EU nachweisen musst
Aktualisiert 16.9.2026
Für Nahrungsergänzungsmittel gibt es in der EU keine Zulassung. Du bringst das Produkt selbst in Verkehr und trägst die Beweislast, dass es sicher und korrekt gekennzeichnet ist. Tests sind der Weg zu diesem Nachweis.
Das Wichtigste
- Als Marke auf dem Etikett bist du der verantwortliche Lebensmittelunternehmer.
- Kontaminanten-Höchstgehalte stehen in der Verordnung (EU) 2023/915.
- Jede quantitative Angabe braucht analytische Belege, auch am Ende der Haltbarkeit.
- Händler fordern regelmäßig mehr als das gesetzliche Minimum.
Wer verantwortlich ist
Nach Verordnung (EG) 178/2002 ist der Unternehmer verantwortlich, dessen Name auf dem Etikett steht, auch wenn ein Auftragshersteller produziert hat. Für Supplements gelten zusätzlich die Richtlinie 2002/46/EG und nationale Anzeigepflichten. Fragt eine Behörde, woher du die Konformität weißt, ist eine Annahme keine Antwort.
Kontaminanten und Sicherheit
Die Verordnung (EU) 2023/915 legt Höchstgehalte für Kontaminanten fest, mit eigenen Einträgen für Nahrungsergänzungsmittel. Praktisch heißt das: ein Schwermetallpanel plus die Kontaminanten, die am Rohstoff hängen. Mykotoxine bei Getreide und Botanicals, PAK bei getrocknetem Material, Pestizidrückstände bei Pflanzenteilen und 3-MCPD oder Glycidylester bei raffinierten Ölen.
Angaben auf dem Etikett
Die Verordnung (EU) 1169/2011 verlangt korrekte deklarierte Werte, und die Toleranzleitlinien für Vitamine und Mineralstoffe sind der Maßstab bei einer Kontrolle. Daraus folgen zwei Dinge.
- Der Wirkstoffgehalt muss im fertigen Produkt gemessen werden, nicht aus der Rezeptur gerechnet.
- Der deklarierte Wert muss am Ende der Haltbarkeit noch stimmen, genau das zeigt eine Stabilitätsprüfung.
Was Händler zusätzlich fordern
Listungsspezifikationen gehen meist über das Gesetz hinaus: ein vollständiges Mikrobiologie-Panel, Allergen-Nachweise bei Frei-von-Angaben und ein Analysenzertifikat zur gelieferten Charge. Das sind kommerzielle Anforderungen, sie unterscheiden sich je Einkäufer. Vorher fragen ist günstiger als zweimal prüfen.
Fragen
- Sind Tests in der EU gesetzlich vorgeschrieben?
- Das Gesetz verlangt ein sicheres, korrekt gekennzeichnetes Produkt und dass du das belegen kannst. Tests sind der praktische Weg dorthin und werden von Behörden und Händlern als Nachweis akzeptiert.
- Deckt die Zertifizierung meines Herstellers das ab?
- Eine Zertifizierung betrifft den Betrieb. Sie belegt nicht, was in deiner Charge ist. Die Verantwortung bleibt beim Namen auf dem Etikett.
- Womit fange ich an?
- Für die meisten Marken: Schwermetalle, Mikrobiologie und Wirkstoffgehalt am fertigen Produkt. Schick uns den Produktlink oder das Etikett, wir empfehlen das Panel.